Erna Ómarsdóttir und Halla Ólafsdóttir exorzieren ROMEO & JULIA auf Kampnagel

Die isländische Choreografin Erna Ómarsdóttir ist spätestens seit ihrer 2015 auf Kampnagel gezeigten Arbeit BLACK MORROW oder dem 2012 präsentierten WE SAW MONSTERS für ihre intensiven – und gerne blutspritzenden – Inszenierungen bekannt. Gemeinsam mit Halla Ólafsdóttir hat sie nun den Shakespeare-Klassiker ROMEO & JULIA als Ballett neu interpretiert.

Laut Kampnagel-Ankündigung ist „das Ergebnis ein alptraumhaftes Monster; eine abstrakte Welt voller Blut, Liebe, Feuer, Tanz und Tod.“ Anscheinend ein beeindruckendes Monster: Das Stück ist für den Deutschen Theaterpreis Der Faust 2019 nominiert. Das muss nicht unbedingt viel heißen, lässt aber doch hoffen.

Ob sich die hohe Erwartungshaltung erfüllt, wird sich zeigen.

ROMEO & JULIA von Erna Ómarsdóttir und Halla Ólafsdóttir beim Nordwind-Festival auf Kampnagel:

Do, 05.12.2019 19:30
Fr, 06.12.2019 19:30
Sa, 07.12.2019 19:30
So, 08.12.2019 19:30

ORATORIUM von SHE SHE POP auf kampnagel 8.-10.2.2019

Eigentum ist Diebstahl – oder zumindest Macht. Eigentlich kein Geheimnis. Oder?

SHE SHE POP verhandeln in ihrem ORATORIUM die Frage, was für Auswirkungen Besitz und Eigentumsverhältnisse haben. Bereits im großartigen TESTAMENT ging es nicht nur um Familien- und Generationsfragen, sondern auch viel um Besitzansprüche. Und die wurden sehr konfliktfreudig verhandelt. Hoffentlich gilt das auch für ORATORIUM.

ORATORIUM von SHE SHE POP: vom 08.-10.02.2019 auf kampnagel Weiterlesen

Antiformalismo – ein Mexorzismus von Gintersdorfer/Klaßen auf Kampnagel

Exorzismus im Sinne von Austreibung, Heilung und auch im Sinne von Widerstand ist schon lange Thema der Arbeiten von Gintersdorfer/Klaßen, beispielsweise in „Exorzieren statt Exerzieren“. Passend zu den politischen Veränderungen seit der Wahl von Trump und seiner Wahlkampfdrohung, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen, haben Gintersdorfer/Klaßen nun also mexikanische Performer versammelt, um einem Mexorzismus zu zelebrieren.

Antiformalismo - ein Mexorzismus von Gintersdorfer/Klaßen auf Kampnagel. Foto: Adrian Anton Weiterlesen

René Pollesch: Ich kann nicht mehr. SchauSpielHaus Hamburg

Zur Begrüßung läuft „Who wants to live forever?“ von Queen in der Dauerschleife und wirft erste Fragen auf: Emotionale Einstimmung auf pathetisches Drama – oder ironischer Kommentar? Erinnerung an Freddy Mercury? Referenz an den Film „Highlander“? Die Fragen bleiben unbeantwortet – aber das hat bei „Ich kann nicht mehr“ von René Pollesch am SchauSpielHaus Hamburg Methode.

„Frauen im Krieg – aber in welchem?“

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Kuro Tanino: Avidya – Das Gasthaus der Dunkelheit auf Kampnagel

Eine leise und leicht gespenstische Geschichte: „Avidya – Das Gasthaus der Dunkelheit“ vom japanischen Regisseur Kuro Tanino überrascht beim Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel mit leisen Tönen. Während es beim Sommerfestival ansonsten meistens um plakative Superlative zu gehen scheint, inszeniert Kuro Tanino sein dunkles Gasthaus wie ein stilles Kammerspiel. Bereits der einführende Erzähler aus dem Off überrascht mit poetischen Bildern vom herannahenden Winter in einem einsamen Tal, Höllental genannt. Auf einer Drehbühne werden die verschiedenen Räume und das Badehaus einer abgelegenen Herberge in den japanischen Bergen auf erstaunlich detaillierte und naturalistische Art gezeigt (Bühne: Kuro Tanino, Michiko Inada). Nicht nur die Bühne erinnert an ein Film-Set: Kuro Tanino, der auch für den Text verantwortlich ist, inszeniert seine Geschichte wie einen stillen Film, der mit bedrückenden Stimmungen spielt.

Avidya von Kuro Tanino auf Kampnagel. Foto: Shinsuke Sugino

Avidya von Kuro Tanino auf Kampnagel. Foto: Shinsuke Sugino

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Abschied von Frank Castorf am 18. Juni im SchauSpielHaus Hamburg

Die Ära von Frank Castorf an der Berliner Volksbühne neigt sich dem Ende zu und auch der Streit um die Nachfolge hat sich anscheinend beruhigt – leider. Am SchauSpielHaus Hamburg wird bereits am 18. Juni ein Abschied von Castorf zelebriert: Seine Inszenierung von „Pastor Ephraim Magnus“, frei nach Hans Henny Jahnn, wird bereits abgesetzt – leider. Waren die mehr als 5 Stunden Castorf-Theaterwahnsinn für die Hamburger Bürger eine zu große Zumutung? Ich werde mir das 5 stündige Mysterienspiel voller Lust und Qual jedenfalls noch einmal zumuten und dabei vielleicht ein wenig wehmütig an die vielen anstrengenden Abende von Castorf denken…

Hier ein Einblick:

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