Elsewhere in Berlin: Theater ist nicht gleich Theater, eine Vierte Wand ist nicht immer eine Vierte Wand und bemerkenswert ist nicht immer bemerkenswert.

Vier Tage Berlin: Viermal Theater, dreimal Theatertreffen, dreimal Berghain, einmal Kleingarten, einmal Museum. Ein Marathon.

Freitag: Der Marathon startet erst einmal ganz gediegen: Theatertreffen im Haus der Berliner Festspiele. Eingeladen als eine der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen: Die Straße. Die Stadt. Der Überfall von Elfriede Jelinek, Regie Johann Simons. Für meinen Geschmack definitiv zu seicht, zu nett, zu bekömmlich. Weiterlesen

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„ICH WILL KEIN THEATER!“ Das Theater mit der Jelinek

In diesem Jahr ist die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zweimal beim Theatertreffen vertreten: Mit der Inszenierung durch Johan Simons von „Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.“, die heute Abend Premiere feiert, sowie beim Stückemarkt mit ihrem von Hedi Kriegeskotte vorgetragenen „Prolog?“, der ebenso heute auf dem Programm steht. Wer sich auf eine Spurensuche begibt, stößt auf ganze zehn Stücke der Autorin – allein in den letzten neun Jahren.* Weiterlesen

„Prolog?“: Ein Epilog oder Abgesang von Elfriede Jelinek

„Der Lärm ist ja längst vorbei, hören Sie? … Sie erwarten von mir Lärm?“

Wie zu erwarten bei Texten von Elfriede Jelinek, so ist auch bei ihrem für den Stückemarkt des Theatertreffens entstandener Textfläche „Prolog?“ nichts wie erwartet und nichts so wie es scheint. Weiterlesen

„HATE RADIO“ von Milo Rau und dem IIPM auf Kampnagel

„HATE RADIO“ von Milo Rau und dem International Institute of Political Murder setzt sich mit der Rolle des Radiosenders RTLM während des Genozids in Ruanda 1994 auseinander. Weiterlesen

GOB SQUAD: Simon Will on „Before Your Very Eyes“

Gob Squad’s Before Your Very Eyes combines two of the 2012 Theatertreffen’s “remarkable” aspects: time and collectives. More specifically, this transnational performance collective raises questions about the subjectivity of time… and what a life-time really means. Weiterlesen

POPKULTUR + MASSENMORD: HATE RADIO

Hate Radio“ von Milo Rau und dem International Institute of Political Murder setzt sich mit der Rolle des kigalesischen Radiosenders RTLM während des Genozids in Ruanda im April 1994 auseinander.

Dieser Genozid, also die versuchte Auslöschung der Tutsi-Minderheit durch die Hutu-Mehrheit in Ruanda, ist in seinen Ausmaßen kaum zu erfassen oder zu beschreiben. Weiterlesen

VINGE IST VISCONTI: „John Gabriel Borkman“ im Prater der Volksbühne

John Gabriel Borkman“, inszeniert von Vegard Vinge/Ida Müller und ihren Lieben, dürfte die wohl meist diskutierte Nominierung des diesjährigen Theatertreffens sein.

Hinkel als Graf Zahl… 598, 599… Foto: Nadine Loes

Selbst eher theaterferne Menschen wissen bereits, was sie in diesem Stück erwartet: der Regisseur pinkelt sich in den Mund, scheißt Farbe auf Bilder, bedroht das Publikum. Das stimmt auch alles, aber das ist nicht das, was diese Inszenierung eigentlich auszeichnet: Sie ist ein Gesamtkunstwerk voller Emotionen, Energie, Poesie und Musik. Weiterlesen