„Prolog?“: Ein Epilog oder Abgesang von Elfriede Jelinek

„Der Lärm ist ja längst vorbei, hören Sie? … Sie erwarten von mir Lärm?“

Wie zu erwarten bei Texten von Elfriede Jelinek, so ist auch bei ihrem für den Stückemarkt des Theatertreffens entstandener Textfläche „Prolog?“ nichts wie erwartet und nichts so wie es scheint. Weiterlesen

FAUST I+II: Sebastian Rudolph: Über Faust. Und warum es sich lohnt, Theater zu machen

Faust I + II“ von Nicolas Stemann. Spieldauer „Faust I“: circa zwei Stunden 40, keine Pause. „Faust II“: circa vier Stunden 40, inklusive zwei Pausen. Aufführungsdauer „Faust I + II“ gesamt: circa acht Stunden 20, inklusive drei Pausen. Das kostet viel Aufmerksamkeit, Kraft und vor allem: Zeit. Von den Zuschauern, den Schauspielern, allen Beteiligten. Aber ist es das wert? Und wenn ja: Wozu? Weiterlesen

Nicht im Ernst: „Ernst ist das Leben (Bunbury)“ von Oscar Wilde in einer Übersetzung von Elfriede Jelinek, inszeniert von Anna Bergmann im Thalia in der Gauss

Ist das Euer Ernst?

Oscar Wildes Verwechslungskomödie „Bunbury“ persifliert die verlogene, bigotte Doppelmoral seiner Zeit, Jelineks Übersetzung bzw. Nach-Dichtung entlarvt die heutige Über-Sexualisierung. Bergmanns Inszenierung schafft keins von Beidem. Klischees werden nicht dekonstruiert, sondern einfach reproduziert. Und das nicht mal sonderlich amüsant, sondern einfach nur platt. Dafür in pompöser Kulisse, was alles nur noch schlimmer macht. Oberflächen spielen in dem Stück zwar eine große Rolle, aber leider werden sie in dieser Inszenierung überhaupt nicht hinterfragt oder durchdrungen. Weiterlesen

Wahnsinn + Methode: Nicolas Stemann inszeniert Elfriede Jelineks „Die Kontrakte des Kaufmanns. Eine Wirtschaftskomödie.“ am Thalia Theater Hamburg.

WERTE+NICHTS: Capitalism will stay forever …

Stemann inszeniert sein fünftes Jelinek-Stück als großes, lautes, grelles Theater-Spektakel. Diesmal vielleicht noch lauter, mitreißender, aufwühlender als beispielsweise bei „Ulrike Maria Stuart“, trotz oder gerade durch seine Phasen der Längen, Unsicherheiten, Plattheiten und Verwirrungen. Weiterlesen

SCHEIN+SEIN: „JACKIE“ von Elfriede Jelinek in der Zentrale / Thalia Theater

„Jackie – Ein Prinzessinnendrama“ von Elfriede Jelinek hatte am 07. September 2009 in der Theaterbar Zentrale, ehemals Nachtasyl, des Thalia Theaters in Hamburg Premiere.

„Alle tot, alle tot, das ist halt einfach meine Welt, der Tod.“

„The truth about THE KENNEDYS“ von Luc Perceval eröffnete am 04. September auf der großen Bühne des Thalia die laufende Spielzeit unter der neuen Intendanz von Joachim Lux – und führte mit seiner monumentalen Text- und Bildlastigkeit zu gespaltenen Meinungen. Weiterlesen