Tear the Walls of EUROPA,EUROPA von FUL + The Knife auf Kampnagel

Europa, Europa“ wird als anti-nationalistisches Kaba­rett der post-kolonialen und queer-feministischen Performance-Gruppe FUL und des schwe­di­schen Elektro-Duos The Knife ange­kün­digt. Im Vorfeld der schwe­di­schen Parla­ments­wahlen 2014 tourte das Agitpop-Theater quer durch Schweden, wobei alle Vorfüh­rungen im Freien und ohne Eintritt stattge­funden haben. Nun ist die Truppe mit „Europa, Europa“ unter­wegs durch Europa und hat am 21. August 2015 beim Inter­na­tio­nalen Sommer­fes­tival auf Kamp­nagel Deutschlandpremiere. Weiterlesen

Agitpop-Theater: EUROPA EUROPA von FUL + The Knife

Eigentlich provozieren Ankündigungen wie „Glitzerndes Agitpop-Theater zum Tanzen der queer-feministisch-postkolonialen Gruppe…“ bei mir sofort Skepsis bis Zynismus, aber in diesem Fall nicht, da es um das Projekt EUROPA EUROPA von der Performance-Gruppe FUL und der Band The Knife geht. Weiterlesen

Nachlese Konferenz Theater + Netz #tn15 @nachtkritik.de

Theater + Netz 2015 ist also schon wieder vorbei. Aber das Netz vergisst ja zum Glück nichts, im Gegensatz zu uns unzuverlässigen Menschen, die aus Überforderung, Unkonzentriertheit oder dank Alkohol vieles schnell vergessen. Da aber schnelllebige Medien wie Twitter nicht wirklich als Archiv oder Gedächtnisstütze dienen, hier ein paar kleine Erinnerungstrigger: Weiterlesen

THE PAST von Constanza Macras | DorkyPark an der Schaubühne Berlin

Constanza Macras hat ein Gespür für das Ungewöhnliche im Gewöhnlichen. Sie stellt in Frage und entfremdet die Orte und Gegenstände des Alltags, aber vor allem die Bewegungen des Alltäglichen. In ihren Welten wie in MEGALOPOLIS oder BERLIN ELSEWHERE, aber auch hier in THE PAST, begegnen einem amorphe Plastiktüten, einbeinige Kleider und singende Satellitenschüsseln. Weiterlesen

Queer + Indie: THE HIDDEN CAMERAS

Popmusik bin ich meist eher skeptisch gegenüber. Irgendetwas fehlt immer, entweder die richtige Stimmung und Energie oder der Inhalt. Beides in Kombination ist eher selten.

Bands, die mit ihrer Musik etwas vermitteln wollen und diesen Inhalt nicht nur in der Musik, sondern auch visuell umsetzen können, sind noch seltener. Daher bin ich immer auf der Suche.

THE HIDDEN CAMERAS werden immer wieder mit den Begriffen queer + Indie in Verbindung gebracht. Zwar ist der Hinweis „queerer Indie-Pop“ noch nicht sehr aussagekräftig, aber bei THE HIDDEN CAMERAS scheint es, als ob sie sich von der Beliebigkeit und Belanglosigkeit des Pop-Mainstreams abheben. Die aus Toronta stammende Band ist ein loses Kollektiv rund um Sänger und Songwriter Joel Gibb, der die Musik der Band mal als gay church-folk beschrieben hat. Inzwischen lebt Joel Gibb teilweise in Berlin, wo er anscheinend die Kirche gegen das Berghain eingetauscht hat, jedenfalls hört man der Musik den Folk nur noch bei wenigen Liedern an.

Am 4. November spielen THE HIDDEN CAMERAS im kmh auf Kampnagel.

The Hidden Cameras auf Kampnagel. Foto: Adrian Anton

The Hidden Cameras auf Kampnagel. Foto: Adrian Anton

Nachtrag zum Konzert: Die Musik überzeugt mich nicht immer, und irgendwie hatte ich mir mehr Inhalt erhofft. Aber so ist das wohl mit Popmusik: Da scheint es auszureichen, wenn eine Goldschleife um die schönen Männerkörper gebunden wird… #AllThatGlittersIsNotGold

Aber die Videos finde ich absolut sehenswert, da sie den Inhalt der Lieder besser transportieren als Joel Gibbs das Live tut oder zumindest auf Kampnagel getan hat:

Das Video zu GAY GOTH SCENE ist wie ein Kurzfilm über homophobe Gewalt und Mobbing unter Jugendlichen. Bietet sicher nicht nur mir viele Identifikationsmöglichkeiten… ich erinnere mich noch gut an Eier, die mir von einer Jungsgang auf dem Weg nach Hause an den Kopf geschmissen wurden… Das Video ist zwar sehr beklemmend, aber auch sehr eindeutig. Von Anfang bis Ende ist alles klar und vorhersehbar, wie in einer griechischen Schicksalstragödie oder einem pädagogischen Lehrfilm. Mir fehlt da ein wenig der Bruch mit Stereotypen.

Bei dem Video musste ich an das Video von THE KNIFE zu PASS THIS ON denken, das sehr gelungen mit den Erwartungshaltungen und stereotypen Rollenbildern spielt und sozusagen eine positive Sozial-Utopie zeigt:

Weiterlesen

Theater + Arbeit: Arm aber glücklich?

DAS LEBEN IST [K]EIN HAMSTERRAD

Laut einer Online-Befragung durch www.theaterjobs.de befindet sich ein Großteil der Theaterschaffenden in einer „außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen Situation“, so nachtkritik.de. Warum erstaunt mich das jetzt wenig? Weiterlesen

MY BODY IS A STAGE oder Körper-Inszenierungen auf der Bühne

In letzter Zeit habe ich mir nach Theaterbesuchen häufiger Gedanken darüber gemacht, wie Theater nicht nur Stücke, sondern Menschen inszeniert. Theater kommt nie ohne seine Schauspieler aus, die Schauspieler verwenden meist unglaublich viel Energie, Kraft und Zeit für ihren Beruf. Das hinterlässt natürlich seine Spuren. Und damit meine ich nicht eventuelle Mimik-Falten oder unreine Haut vom vielen Make-Up. Weiterlesen