Im Osten nichts Neues? GO OST beim KRASS-Festival auf Kampnagel

Die Lesung von Alexander Pehlemann aus seinem Buch GO OST! über Subkulturen in Osteuropa, musikalisch unterstützt von FELIX KUBIN, im Rahmen vom KRASS – KULTUR CLASH FESTIVAL auf KAMPNAGEL,  hat erstaunlich wenig Neues über Subkulturen östlich von der west-eurozentristischen Perspektive gebracht. Im Mittelpunkt standen eher eine persönliche Verortung und Geschichtsschreibung von Pehlemann und Kubin, was ja auch o.k. und ganz interessant ist, aber nicht unbedingt den Horizont erweitert.

Go Ost! mit Felix Kubin und Alexander Pehlemann auf Kampnagel. Foto: Adrian Anton

Go Ost! mit Felix Kubin und Alexander Pehlemann auf Kampnagel. Foto: Adrian Anton

Zwar wurden einige Namen und Gruppen wie ARMIA, TILT, KAMPEC DOLORES oder die Sendung PANOPTIKUM genannt, aber leider kaum weiter erläutert oder verortet. Dabei wäre zu einigen Namen sehr viel mehr zu sagen gewesen, da sie auch gesellschaftliche Entwicklungen und Phänomene verdeutlichen könnten.

Pehlemann brachte zumindest ein trauriges Beispiel für Punk-Bands, die inzwischen weit an den rechten Rand gerückt sind: Die ungarische Band Vágtázó Halottkémek [Rasende Leichenbeschauer], die früher beim Punk-Label Alternative Tentacles veröffentlicht haben und die noch 2007 in der Volksbühne Berlin aufgetreten sind.

Felix Kubin hat in seinem Beitrag u.a. Ausschnitte aus dem Projekt PARASOL ELEKTRONICZNY vorgestellt, wo Originaltöne von Künstlern aus Ost-Europa zu hören waren und die für mich der interessanteste Teil des Abends waren. Kubin beschreibt auf seiner Website das Projekt, das dort auch angehört werden kann, so:

„PARASOL ELEKTRONICZNY presents a comprehensive but very personal map of sound art and experimental pop in Eastern Europe. This series is a playful mix of documentary and game-like commissioned works that explore the artistic, political, economic and psychological survival tactics used in the region.“

Mein Fazit: Ich hätte mir mehr Infos und Einblicke gewünscht, aber vielleicht kann eine Lesung das auch nicht leisten. Bin gespannt, ob das Buch GO OST! mehr Inhalt bietet.

P.S.: Da er immer wieder als wichtiger Einfluß genannt wird, hier ein Einblick in den Kultfilm STALKER von 1979, der auch Thema der Performance-Gruppe Verk Produksjoner beim NORDWIND-Festival 2013 im HAU war [mehr dazu hier]:

…und weil ich mich über KAMPEC DOLORES gefreut habe:

https://www.youtube.com/watch?v=vNHCRO0b3Ks

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